Das Geräusch der Einsamkeit
„Der Wind schüttelte die nassen Äste der Bäume und die Häuser schienen sich
vor den grauen Pfützen zurückzuziehen. Triste Fassaden, die kaum Erholung
von der ebenso tristen Wohnung boten. Jedes Mal, wenn sie sich wieder dem
Zimmer zuwandte, schlos sie abgestoßen die Augen. Jedes Mal, wenn sie
hinausschaute, bereute sie, Pescara verlassen zu haben.“
Ein abgelegenes Bergdorf in den Abruzzen Ende der Neunzigerjahre, ein hässliches Haus und eine Frau, deren größte Angst das Alleinsein ist: Um der Einsamkeit zu entfliehen, ist Vittoria Hals über Kopf zu Matteo gezogen. Die Warnungen ihrer besten Freundin – er sei zu jung, sie liebe ihn nur irgendwie – hat sie mit einem trotzigen »Na und?« beiseitegeschoben. Geliebt zu werden ist für sie wichtiger als zu lieben, und das Alter hat nie eine Rolle gespielt, weder nach oben noch nach unten.
Doch die Enge des Ortes, alte Wunden, Lügen und ein heimlicher Beobachter, der dem Paar schaden will, entfalten bald ihre zerstörerische Wirkung.
Das Geräusch der Einsamkeit ist ein atmosphärischer Roman über die schwierige Freundschaft zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, über toxische Beziehungen, Täuschung, Tod und eine eingebildete Liebe, die zur Obsession wird. Was als Flucht vor der Einsamkeit beginnt, entwickelt sich zu einer gefährlichen Abwärtsspirale, bis schließlich auch das Leben der Protagonistin auf dem Spiel steht.
Der Roman entfaltet einen starken Sog, weil vieles beim Lesen vertraut erscheint – besonders für jene, die mit einem narzisstisch geprägten Menschen leben oder gelebt haben und wissen wollen, wann sich etwas zum Besseren wendet.